froschorange

Chronik

 

Chronik der Narrenzunft Hochmössingen e.V.

 

Im Vergleich zu den anderen Vereinen in Hochmössingen, handelt es sich bei der Narrenzunft
Hochmössingen um einen relativ jungen Verein, sofern man vom Gründungsjahr 1956 ausgeht.

Doch lassen sich erste närrische Aktivitäten bis Anfang der 20. Jahre zurückverfolgen.
Zu dieser Zeit wurde bereits der „Schwarze Domino“ mit Ledergamaschen getragen. Ein besonders
beliebtes Gewand, wenn einer etwas auszufechten hatte. Es sollen immer mehrere als Gruppe
aufgekreuzt sein, die dann wenn sie ein Opfer antrafen, diesem kräftig „schandlich“ getan haben. Es
wurden sogar Schlägereien ausgetragen.

Anfang der 30. Jahre, wurden dann bereits schon Narren mit „Gschell“ aktiv. Es war ein Hansel mit
gelbem Kittel und orange-farbiger Hose. Die Masken wurden selbst geschnitzt und die Glocken
selbst geklopft. Einer der Schnitzer war Adolf Gäckle (Vater von Rosa Notheisen). Die Glocken
fertigte Flaschner Ernst Hezel und die Riemen sollen von Karl Hezel gemacht worden sein.
Als Auswurfmaterial gab es „Gutsle“ ohne Papier. Diese sollen besonders gut geschmeckt haben, wenn sie zuerst im Dreck gelegen sind.

Daß es im Jahre 1931 ein „Hohmessinger Narra - Blättle“ gegeben hat, das heute noch existiert,
zeugt von regen Narren. Es wurde herausgegeben von der Narren - und Foppzunft „Juhu Hu“. Wer
Schreiber war, ist nicht bekannt. Das Blättle schreibt: „Die Verantwortlichen Leiter für den Allgem.
und Politischen Teil sind eingesperrt im hiesigen Gefängnispalast und daher unzugänglich.“
DerPreis des Blattes betrug 000000,30 Reichsmark.

Nach dem 2. Weltkrieg kam die Fasnet wieder langsam in Gang. Im Jahre 1947 schenkte die
Adlerwirtin aus Mangel an Bier und Wein, kurzerhand Glühmost und Tee aus. Diese Fasnet ging als
„Tee - Fasnet“ in die Geschichte ein.

Ein großes Ereignis war es dann, als die in Eigenfertigung gemachten neuen Hansel auf die Straßen
gingen. Die Attraktion aber war ein nagelneuer Narro, den sich Willi Baier (Schmid - Willi) zugelegt
hatte. Bezahlt wurde dieser mit Speck, Butter und mehreren tausend R’Mark. Die später zur
Narrenmutter ernannte Elsa Baier mußte Leintücher opfern, die dann mit Ölfarbe bemalt wurden, so
daß dieser Narro entstand.
Auch ein Schantle gehörte schon zu den Narren.


Die damalige Jugend war in dieser Hinsicht sehr aktiv. S`Herzoga Buaba, s`Gäckles Buaba,
s`Bantles Buaba, da Brosche, da Holzer Siegfried und weitere seien in Sachen Fasnet und
Narrenkleider aktiv gewesen.
So kam die Narretei in Hochmössingen immer mehr in Schwung. Das Bild auf den Straßen wurde
durch „Alte Weiber, Clowns und Dominos“ bereichert, die auch am Abend in den Wirtshäusern die
Gäste unterhielten und an der Nase herumführten.

Erwähnenswert sind auch als damalige Narren: Der Ralla Metzger, der Jäger Karle, der Holzer Done
und der Frankl Bruno. Der langjährige Präsident der Narrenzunft Edmund Söll kann sich noch als
Kind erinnern, als er mit einer Schar anderer Kinder am Fasnetsdienstag gegen Abend vorm
Gasthaus Rössle standen, daß der Ralla Metzger und der Karle verkündet haben: „Dont nau warda,
es kommad no 40 Zentner Oranga“.

Dem gesamten Narrentreiben fehlte es aber noch mehr an tragender Form und ideenreichem Inhalt.
Der 29. Januar 1956 war in der Geschichte der Zunft ein wichtiger Auftakt. An diesem Tag fand im
„Rössle“ eine Versammlung der an der Narretei Interessierten statt. In den Wochen nach der Fasnet
1956 gingen Otto Melber, August Haag, Rudi Martin, Alfons Fehrenbacher und Otto Ruf von Haus zu
Haus und warben Mitglieder für eine zu gründende Narrenzunft. Der Erfolg blieb ihnen nicht versagt.
In wenigen Tagen hatten sie ca. 180 Unterschriften gesammelt.

Nun war der Augenblick gekommen eine Narrenzunft in Hochmössingen zu gründen.

Am Samstag, 17. März 1956 fand um 20 Uhr im Gasthaus Adler die Gründungsversammlung statt.
Otto Melber leitete die Zusammenkunft. Es waren ungefähr 60 Personen anwesend. Mit 42 Stimmen wurde Otto Melber aus 9 Kandidaten heraus zum ersten Präsidenten der Zunft gewählt. Sein
Stellvertreter wurde Otmar Rohr. Durch Zuruf wurde August Haag zum Kassierer gewählt.
Schriftführer wurde ebenfalls durch Zuruf Oberlehrer Ludwig Wetzel. Dieser hatte im
Schriftführerbuch als Vorgeschichte der Narrenzunft folgendes vermerkt:

 

Mit mehr oder weniger Schwung, mit mehr oder weniger Gestalt und Gehalt, wurde in den letzten
Jahren in unserer Gemeinde Fasnet gehalten. Zum Teil ging die Initiative von den Gastwirten oder
den Vereinen aus, welche einen Kappen- und Tanzabend veranstalteten. Am Fasnachtsdienstag
fand zumeist auch ein Umzug statt, der von einigen mutigen und temperamentvollen Narren und
Närrinnen ohne großes Programm und ohne viel Vorbereitung inszeniert wurde. Die Jugend
(Kinder- und Volksschüler) wurde alljährlich mit Brezeln, einer Wurst und Süßigkeiten beschenkt.
Die Mittel hierzu wurden im Dorf gesammelt. Dem gesamten Narrentreiben fehlte aber noch mehr
tragende Form und ideenreicher Inhalt. Niemand fühlte sich verantwortlich, niemand wollte
bestimmend einwirken. So blieb manch brauchbarer Plan ohne Verwirklichung. Ein jeder, der
gerne mitmachen wollte spürte, es fehlt eine Organisation, es fehlt eine närrische Zunft, welche
das Zepter in die Hand nimmt und auch in Hochmössingen den alten Volksbrauch des
Fasnachtsgeschehens ordnet und veredelt.

Als Elferräte wurden Anton Holzer (Holzer Done), Wilhelm Albert jr., Rudi Martin, Klemens Hezel,
Stanislaus Frey, Bruno Frankl und Otto Ruf gewählt. Es waren 25 Kandidaten angetreten. Zur
Narrenmutter gewählt wurde Stefanie Martin, die ihr Amt jedoch auf Elsa Baier übertrug.

Der Schwarzwälder Bote vom 22. März 1956 schreibt dazu unter der Überschrift:

Narrenzunft gegründet

 

Es wurde schon immer als ein Mangel angesehen und empfunden, daß in unserer Gemeinde keine
Narrenzunft bestand, die während der närrischen Tage das Zepter schwingt und die Fasnet wieder
zu dem macht, was sie sein soll, zu einem guten alten Volksbrauch. Ein lang gehegter Wusch ist nun

verwirklicht worden. Seit dem Wochenende besitzen die Hochmössinger eine Narrenzunft mit allem
Drum und Dran.

Die Monate nach der Gründung galten der Vorbereitung des ersten Bürgerballs, der am
2. März 1957 in der Turnhalle stattfand.


Später berichtet der Schriftführer: „Die junge Zunft hat ihr Examen bestanden“.
Am Fasnets - Dienstag stand für die Elferräte zusammen mit einigen Narren am Vormittag der
Besuch der Schule und des Kindergartens auf dem Programm. Die Kinder wurden mit Brezeln,
Wecken und roten Würsten beschenkt. Der organisierte, geordnete Umzug am Nachmittag wurde
überwiegend aus Wagen zusammengestellt, die immer aktuelle Themen bildlich darstellten. Die
Narrenschar war zu dieser Zeit noch klein beieinander. Am Aschermittwoch wurden die Elferräte von
Bürgermeister Baier am „hochwohllöblichen Ratstisch“ im Rathaus zum Heringssalat - Essen
eingeladen. (Das waren noch Zeiten!)

In der Generalversammlung am 5. Januar 1958 wurde die 1. Satzung der Narrenzunft verabschiedet.

Die Generalversammlung am 19. Februar 1959 wählte Albert Wilhelm jr. in das Amt des neuen
Präsidenten. Nach seinem Rücktritt in der Hauptversammlung am 17. März 1963, war die Zunft
präsidentenlos. Die Fasnet 1964 -66 wurde von 11 Elferräten ohne Präsident durchgeführt.
Als geschäftsführender Vorstand fungierte 2 mal Schriftführer Maurer. Klemens Hezel ließ sich 1965
überreden, für 1 Jahr die Leitung zu übernehmen. 

Die Fasnet 1966 wurde von 8 Elferräten und der Narrenmutter organisiert. Ein kritisches Jahr in der
Geschichte der Zunft. Auch der damalige Schriftführer Maurer warf das Handtuch. Er schrieb als
letzten Satz: „Soweit heute. Allen zukünftigen Funktionären viel Spaß und viel Erfolg. Rainer
Maurer“.

In der Hauptversammlung am 5. März 1966 ließ sich Edmund Söll bewegen, für das Amt des
Präsidenten zu kandidieren. Mit überzeugender Mehrheit sprach sich die Versammlung für Söll aus,
der dieses Amt 20 Jahre engagiert und mit großem Erfolg für die Zunft führte.
Bereits nach 8 Monaten wurde das neue Hochmössinger Narrenkleid, das auf dem Papier schon
lange bestand, vorgestellt:

Es ist ein Weißnarr, ein Vetter des Oberndorfer Narro.
Das Häs ist aber mit Hochmössinger Motiven bemalt. Auf dem Vorderteil der Haube sind rechts und
links je eine Lerche (was dem Hochmössinger Spitznamen Rechnung tragen soll), rechts dazu auf
dem oberen Haubenteil das Hochmössinger Ortswappen und auf dem Rückenteil ist ein
Eichhörnchen mit Tannenzapfen zu sehen. Auf dem Rücken des Kleides ist die Agatha - Kapelle mit
der fast 1000 Jahren alten, hohlen Linde zu sehen. Die Ärmel sind mit einem Strauß Feldblumen
geschmückt. Die Hose zeigt auf der Vorderseite ein Trachtenpaar im Festtagsgewand, wie es nach
einer alten Überlieferung in Hochmössingen getragen wurde. Die Rückseite der Hose zeigt Bauer
und Bäuerin im Werktagskleid. Den Rand zieren jeweils eine Reihe roter Dreiecke.

Am 5. Februar 1967 (Fasnetsdienstag) fand mit 11 Narro’s der „1. Hochmössinger Mini -
Narrensprung“ statt, wie Schriftführer Rudi Martin schreibt.
Auch unter dem neuen, jungen Gremium, standen weiterhin die Bürgerbälle obenan.
Beim Ball 1967, standen die ersten Gardemädchen auf der Bühne. Offiziell wurde die Garde der
Narrenzunft unter der Leitung von Gisela Abberger ab der Fasnet 1970 geführt.

Am 13. April 1969 hat der Elferrat in einer Zusammenkunft mit den aktiven Narren, den Beitritt zum
Narrenring „Oberer Neckar“ beschlossen. Vorausgegangen war ein Testtreffen am 18. und 19.
Januar 1969 in Bochingen. Die konstituierende Sitzung des Narrenrings zusammen mit den Zünften
Aistaig, Bochingen, Boll, Epfendorf und Waldmössingen, fand am 19. September 1969 statt.
Besiegelt durch die Unterschrift aller Präsidenten.

Die Mitgliederversammlung am 19. Dezember 1970 beschloß eine überarbeitete, neue
Vereinssatzung, welche den Eintrag in das Vereinsregister erlaubte.

Am 27. Juni 1971 wurde, in einer Zusammenkunft von 20 Kleidlesträger und Elferrat, im Gasthaus
Rößle, die Gründung einer Narrengilde, als Organ der Narrenzunft, vollzogen.

Zum ersten Gildemeister wurde Helmut Martin gewählt. Zu den Aufgaben und Aktivitäten der Narrengilde zählen:

 

 

  • das Durchführen der Fasnetseröffnung
  • die Betreuung und Organisation der Brauchtumsnarren
  • das Erstellen und Vortragen des Narrrenbuchs in sämtlichen Hochmössinger Gaststätten
  • die Bereicherung der Straßenfasnet
  • das Fasnetsvergraben
  • das Durchführen des hochgrobgünstigen Narrengerichts am Aschermittwoch

 

 

 

Aufgrund der aufgeführten und noch sonstigen Aufgaben ist die Narrengilde ein wichtiger
Bestandteil der Narrenzunft und aus dieser auch nicht mehr wegzudenken.

Am 18. März 1973 wurden die von einer Arbeitsgruppe vorgelegten Textentwürfe für den neuen
Narrenmarsch besprochen und in der Sitzung am 7. Mai 1973 für gut befunden. Die Arbeitsgruppe
bestand aus Erwin und Gisela Abberger, Klemens Hezel, Helmut Martin, Ludwig Martin und Rudi
Martin.
Der damalige Dirigent des Musikvereins Hochmössingen, Albert Wilhelm jr., der die 
Vertonung des Textes übernommen hatte, erhielt die endgültige Textfassung zum „Hochmössinger
Narrenmarsch“ am 21. Mai 1973 überreicht.

Im Jahre 1973 entstand auch die „Grotta-Gosch“. Sie soll dem einzigen Gewässer der Gemarkung,
dem Hochmössinger Weiher entsprungen sein.

Die Narrenfigur trägt zu ihrer krötenartigen Holzlarve
einen grünen Mantel, der mit verschiedenfarbigen aus Stoff geschnittenen Kröten besetzt ist. Eine
Borde mit Fransen bildet den Mantelabschluß. Die Haube mit Umhang ist aus dem gleichen Stoff
geschnitten und ebenfalls mit farbigen „Grotta“ bestückt. Die Rückseite des Umhangs zeigt eine
reiche Stickerei, die den Hochmössinger Weiher darstellt. Den Abschluß bildet ebenfalls eine Borde
mit Fransen. Auf der Haube trägt die Grotta-Gosch ein Körbchen mit Schilfgewächs.
Die Narrenfigur trägt ein Fischernetz und einen Korb mit sich, der reichlich mit Orangen und „Grotta-
Laich“(Popcorn) gefüllt ist. Die Grotta-Gosch ist eine Maskengestalt, die bei Umzügen immer großen Anklang findet.

Ein Höhepunkt der Vereinsgeschichte war das 1. Narrentreffen in Hochmössingen, verbunden mit
dem 5. Ringtreffen des Narrenrings „Oberer Neckar“, vom 2. bis 4. Februar 1974.
Dazu hatten sich 14 Zünfte mit 1100 Mitwirkenden eingefunden. Zehntausend Besucher erlebten
fastnachtlichen Brauchtum.

Den 20. Geburtstag feierte die Zunft 1976, mit dem Bürgerball, erstmals in der neuen, großen Turn-
und Festhalle. Neu, war auch die Durchführung des Fackelumzug’s am „Schmotziga Donnertag“.

Den Sinn, den „Schmotziga“ zu beleben, haben jedoch die Grotta-Goscha und die Zuschauer nicht

erkannt. Deshalb mußte der Umzug aus Mangel an Interesse im Jahre 1978 wieder aus dem
Narrenfahrplan gestrichen werden.

Das Grottaloch, das Vereinslokal der Narrenzunft, wurde im Oktober 1979, nach vorausgegangener,
unentgeltlicher Umbaumaßnahme, der Bestimmung übergeben.
Im Jahre 1981, dem 25-jährigen Bestehen der Narrenzunft, wurde vom Narrenring „Oberer Neckar“
eine gemeinsame Schallplatte herausgebracht.

Die Hauptversammlung vom 13. November 1982 beschloß eine komplette Neueinkleidung für den

Musikverein, den Elferrat und die Garde.

Vom 28. bis 30. Januar 1983 fand in Hochmössingen das 11. Ringtreffen des
Narrenfreundschaftring´s „Oberer Neckar“ statt. Dazu hatten sich 22 Zünfte mit 2700 Mitwirkenden

angesagt. Leider wurde der große Umzug am Sonntag nicht vom Wetter begünstigt. Der
aufkommende Sturm mit Regen und später Schnee, konnte nur wenige Zuschauer auf die Straße
locken.

Die Generalversammlung am 12. April 1986, wählte den bisherigen Stellvertreter des Präsidenten,
Georg Schillinger jr., der auch das Amt des Gildemeisters seit 1976 inne hatte, zum neuen
Präsidenten. Der scheidende Präsident Edmund Söll wurde ob seiner großen Verdienste der Zunft
zum Ehrenpräsident ernannt. Er wird weiterhin als Stellvertreter im Elferrat mitarbeiten.
Gleichzeitig wurde beschlossen, die bestehende Schantle - Gruppe in die Zunft zu integrieren.
Michael Hörmann wurde zum neuen Gildemeister gewählt.

Am 16. April 1988 wurde Jürgen Wössner das Amt des Zweiten Präsidenten (Stellvertreter)
übertragen.

Der Umzug am Fasnetsdienstag 1990 mußte wegen starken Sturmes abgesagt werden.

Ernst Krämer wurde zum neuen Gildemeister gewählt.

Wegen des Golfkrieges wurden 1991 alle Fasnetsveranstaltungen abgesagt.

Ein alter Brauch wurde von dem stellvertretenden Präsidenten Jürgen Wössner wieder zum Leben
erweckt. Im Dezember 1993 wurde in Hochmössingen nach über 40 Jahren wieder ein Theaterstück
aufgeführt. Ebenso auch zum Jahreswechsel 1994 / 1995.

Bei der Generalversammlung am 27. November 1993 wurde die Satzung der Zunft dahingehend
geändert, daß der Elferrat auch aus mehr als 11 Personen bestehen kann.

Die Narrenzunft Hochmössingen konnte ihr 40 jähriges Bestehen mit einem großen Narrentreffen,
verbunden mit dem 18. Ringtreffen des Narrenrings „Oberer Neckar“, vom 26. bis 29. Januar 1996
feiern.
Beteiligt haben sich beim großen Umzug am Sonntag 18 Zünfte mit ca. 2500 Mitwirkenden.

An diesem Tag zeigte sich, daß der Text des Narrenmarsches „Wo ghot da Wend am pfiffigsta,...“,
sich durchaus als richtig erweist. Es wehte ein eisig kalter Wind. Teilweise hatte es bis zu  -11°C.
Ein unvergeßliches Ereignis bei den Vorbereitungen des Narrentreffens wird sicherlich bei den
Verantwortlichen, das außerplanmäßige Abhängen der Straßendekoration (Fähnele) sein.

Am 8. Januar mußten in einer „Nacht - und Nebel - Aktion“, mit Hilfe der Feuerwehr und des
Fronmeister´s Wittendorfer, die erst eine Woche vorher aufgehängten „Fähnele“ wieder abgemacht
werden, weil ein Schwertransport mit Übermaßen, beladen mit einem Teil der „Ariane-Rakete“, von
Friedrichshafen über Hochmössingen nach Französisch - Guyana fuhr. Die Straßendekoration wurde
eine Woche später dann wieder aufgehängt.
Zu diesem Narrentreffen wurde auch die Garde neu eingekleidet.

Am 20. Juli 1996 feierte die Narrengilde Hochmössingen mit einem Gartenfest ihr 25 jähriges
Jubiläum.

In der Generalversammlung vom 2. November 1996 wurde der bisherige Kassier Achim Seepold
zum neuen Präsidenten und Peter Eger zu seinem Stellvertreter gewählt.

Der abtretende Präsident Georg Schillinger wurde aufgrund seiner langjährigen und besonderen
Verdienste um die Narrenzunft außerplanmäßig zum Ehrenelferrat ernannt.

In der Hauptversammlung am 12. April 1997 wurde Thomas Bisson als neuer Gildemeister gewählt.
Ein seit längerer Zeit nicht mehr durchgeführter Brauch wurde am 1. Fasnetsonntag 1999 wieder
eingeführt. Man beging die eigene Ortsfasnet mit einer Narrenmesse in der Pfarrkirche St. Otmar.
Dieser Brauch soll nun jedes Jahr wieder durchgeführt werden.

Ein besonderes Ereignis für ganz Hochmössingen und die Vereine war das Jahr 1999. Die
Gemeinde Hochmössingen beging ihr 900-jähriges Jubiläum, nach dem Motto: „900 Jahre Hochmössingen ... das ganze Dorf feiert!

Auch die Narrenzunft beteiligte sich rege an diesem einmaligen Ereignis. Die Narrenzunft
unterstützte mit den Vortrag im Gemeindehaus St. Otmar von Professor Dr. Werner Mezger
„Kulturgeschichte der Fasnacht“. Für den großen Festumzug baute die Narrenzunft einen Festwagen.

Dargestellt wurde das Kloster Alpirsbach und die erste urkundliche Erwähnung von Hochmössingen.
Die Narrenzunft Hochmössingen, sowie alle Vereine waren das ganze Jahr über bei diesen
Feierlichkeiten eingespannt. Das 900-jährige Jubiläum von Hochmössingen endete mit einem
großen Silvesterball in der Turn- und Festhalle Hochmössingen. Bei diesem übernahm die
Narrengilde die komplette Bewirtung.

Die Zunft hatte mit Stand Fasnet 1999: 353 Mitglieder, davon sind 53 Ehrenmitglieder, 1 Ehrenpräsident und 7 Ehrenelferräte. Es existieren insgesamt 232 Narrenkleider, davon
144 Narro´s, 45 Grotta-Goscha, 23 Hansel und 20 Schantle.

Ebenfalls im Jahre 1999 wurde eine neue kleine Garde ins Leben gerufen. Sie werden geleitet von
Carmen Rohr und Claudia Eger. Die kleine Garde hatte am Bürgerball 2000 ihren ersten Auftritt.
Eingekleidet wurde sie mit den „alten“ Gardekleidern der großen Garde.

Nach 5-jähriger Pause hieß es in Hochmössingen am  06./07. Mai 2000 wieder einmal: „Theater,
Theater, der Vorhang geht auf“. Die Theatergruppe der Narrenzunft zeigte den Schwank „...kommt
von irgendwo ein Lichtlein her“.

Daß die Narrenzunft nicht nur in der Fasnetszeit aktiv ist, beweist die Teilnahme am erstmals
durchgeführten „Kinderferienprogramm“ der Gemeinde Hochmössingen im Jahre 2001. Die
Narrenzunft besuchte mit 33 Kindern den Schäferhundeverein von unserem Schriftführer Hans Frankl.
Dort wurde den Kindern der Umgang mit Hunden vorgeführt. Die Vereinsgemeinschaft beschloss,
dieses Kinderferienprogramm nun alle 2 Jahre durchzuführen.

Eine Neuerung ergab sich zur Fasnetseröffnung am 05. Januar 2002. Zur Fasnetseröffnung werden
nun jedes Jahr zwei bis drei Gastgarden eingeladen, die das Programm des Abends bereichern
sollen.

Am Samstag, den 02. Februar 2002 beteiligte sich der Elferrat und die Narrengilde beim
Fasnetsausschellen des Musikvereins. Ebenso im Jahre 2003.

Einen Mega-Hemdglonkerball sollte es im Jahre 2002 geben. Die Narrenzunft hatte keine Kosten
und Mühen gescheut und hat als Musik für diesen Abend die „Jungen Zillertaler“ engagiert, nach dem Motto: „Die Bühne bebt – die Grotten zittern“. Es war ein voller Erfolg.
Fast die ganze Band wurde durch Sponsoren finanziert.

B
ei der Generalversammlung am 21. April 2002 gab es eine Veränderung im Elferrat. Stefan Martin
wurde neue stellvertretender Präsident und löste somit Peter Eger ab.
Das erste mal in der Vereinsgeschichte mussten alle Narrenkleider durch einen „Narren-TÜV“
abgenommen werden. Der Zustand der Narrenkleider war des öfteren schon von Vereinsmitgliedern,
aber auch von Umzugszuschauern bemängelt worden. Deshalb entschloss sich der Elferrat zu dieser
Maßnahme. An insgesamt 7 Terminen im Oktober / November 2002 wurden die Narrenkleider vom
Ehrenelferrat und vom Elferrat im Grottaloch begutachtet. Jedes TÜV-geprüfte und für gut
befundene Narrenkleider erhielt einen grünen TÜV-Bändel. Nur mir diesem TÜV-Bändel ist das Kleid
berechtigt Auswurfmaterial zu empfangen und an den Umzügen teilzunehmen.

Von den zu diesem Zeitpunkt 274 registrierten Narrenkleidern sind 245 dem Narren-TÜV vorgeführt
worden. 7 Narrenkleider sind nicht durch den TÜV gekommen und mussten nachgearbeitet werden.

Eine historische Abstimmung fand in der Elferratsitzung am 14. März 2003 statt. Die Mehrheit der
Elferräte beschloss, zukünftig auch Frauen im Elferrat aufzunehmen.

In der Generalversammlung am 10. Mai 2003 löste Klaus Eger den bisherigen Schriftführer Hans
Frankl ab, der aus dem Elferrat ausschied. Gregor Martin wurde als neuer Gildemeister der
Narrengilde Hochmössingen bestätigt und löste damit Thomas Bisson ab.

Eine schnelllebige Zeit und Veränderungen in der Gesellschaft machten es notwendig, dass die
Satzung rundweg erneuert wurde. Die Satzungsänderung wurde in der Generalversammlung
einstimmig beschlossen. Neu ist, dass die Gruppierungen „Narrengilde, Zunftgarde,
Brauchtumsnarren und Mitglieder die ein Narrenkleid besitzen“ nun ebenfalls zu den aktiven
Mitgliedern gehören. 
Der Gildemeister und die Gardeleiterin der großen Garde sind ab sofort
stimmberechtigt bei Elferratssitzungen. Des weiteren wurde eine neue Ehrenordnung beschlossen.

Beim 2. Kinderferienprogramm der Gemeinde Hochmössingen veranstaltete die Narrenzunft zum
erstenmal ein „Kärrelesrennen“ im Gewerbegebiet Brandäcker. 32 Teilnehmer mit originellen
Seifenkisten, mit Ketcar´s und Bobbycar´s machten sich an den Start. Das dies ein voller Erfolg war,
zeigte die Anwesenheit von ca. 150 Zuschauern. Das Kärrelesrenne soll ein fester Bestandteil der
Narrenzunft bei zukünftigen Kinderferienprogrammen werden.

Am Samstag, 27. September 2003 richtete die Narrenzunft ein Wein- und Schlachtfest für den
Narrenring „Oberer Neckar“ in der Turn- und Festhalle Hochmössingen aus.

Wieder ein Theaterabend, aber dieses mal und auch künftig zusammen mit dem Musikverein
Hochmössingen fand am 03./04. April 2004 statt. Es wurde das Stück „ ´s Testament“ aufgeführt.

Bei der Generalversammlung am 19. Mai 2004 im Gasthaus Linde war es dann soweit: Die
Versammlung wählte Tina Schilling als erste Frau in den Elferrat. Hans Frankl trat wieder in den
Elferrat ein, da er ohne Fasnet nicht sein kann.

Im Juni 2004 begann man mit den Vorbereitungen für das große Vereinsjubiläum

im Jahre 2006. Dort feiert die Narrenzunft Hochmössingen ihr 50-jähriges Bestehen.

Es wurden insg. 8 Ausschüsse gegründet:

 

  • -  Zelt und Technik (Stefan Martin, Alexander Hezel, Daniel Büttgen)

-  Programmausschuss (Achim Seepold, Hans Frankl, Manfred Martin, Tina Schilling)

-  Kassenausschuss (Martin Fehrenbacher, Achim Seepold)

-  Dekorationsausschuss (Klaus Eger, H.D. Rohr, Tina Schilling)

-  Verkehrsausschuss (Markus Krämer, H.P. Frankl)

-  Wirtschaftsbetrieb (Siegmar Brückner, Peter Eger, Martin Fehrenbacher)

-  Personalausschuss (Stefan Martin, Daniel Büttgen)

  • -  Öffentlichkeitsarbeit / Versicherungen (Achim Seepold, Markus Krämer, Hans Frankl)

Am 09. und 10. Juli beteiligte sich die Teenie - Garde bei der
Veranstaltung „Das Dorf und seine Jugend“.

Im Oktober / November 2004 veranstaltete man eine  Logo – Wettbewerb für das Narrentreffen im
Jahre 2006. Dieses Logo soll dann als Erkennungszeichen des Narrentreffens und zur Werbung
genutzt werden. Das Narrenzunftmitglied Frau Angelika Hafner gewann mit Ihrem Entwurf den
Logo – Wettbewerb.

In der Generalversammlung am 07. Mai 2005 wurde eine Beitragsanpassung von 10.- € auf 15.- €
beschlossen. Damit passte man sich den anderen Hochmössinger Vereinen an. Ebenfalls in dieser
Generalversammlung verkündete der Präsident Achim Seepold beim Tagesordungspunkt „Wahlen“,
dass er sich nur noch für ein Jahr als Präsident zur Verfügung stellt.

Die Zunft hatte mit Stand Generalversammlung 2005: 407 Mitglieder, davon sind
48 Ehrenmitglieder, 1 Ehrenpräsident und 7 Ehrenelferräte. Desweiteren 12 Elferräte,
13 Gildemitglieder, 9 Mitglieder in der gr. Garde, 10 in der kl. Garde und 24 Brauchtumsnarren.
Es existieren insgesamt 276 Narrenkleider, davon 159 Narro´s, 58 Grotta-Goscha, 30 Hansel und
29 Schantle.

Das Narrentreffen 2006 rückt näher. Deshalb trafen sich am Sonntag-Morgen,
den 10. Juli 2005 die Aktiven (Ehrenelferrat, Elferrat, Narrengilde, gr. Garde, Tennie-Garde, Brauchtumsnarren) zum Fototermin.
Erstmals in der Zunftgeschichte wurde ein wunderschönes Gesamtfoto der kompletten Zunft

gemacht.

Am Samstag, 27. August 2005 fand das 2. Hochmössinger Kärrelesrennen, anlässlich des
Kinderferienprogramms statt.

Die Vorbereitungen für das 50-jährige Jubiläum der Zunft laufen auf Hochtouren und kommen in die
Endphase. Deshalb veranstaltete der Elferrat ein Workshop-Wochenende vom Freitag, 25. bis
Sonntag, 27. November 2005 in einer Jugendherberge in Titisee-Neustadt. Dort wurde das
Narrentreffen komplett im Detail in Gruppenarbeiten und in einer Abschlusssitzung durchgespielt.
Es wurden noch einige Defizite festgestellt, die dann in den kommenden Wochen abgestellt wurden.
Das Gemütliche und Gesellige kam jedoch auch nicht zu kurz.

Am Freitag, den 02. Dezember 2005 wurde in einer Ringsitzung im Feuerwehrgerätehaus
Hochmössingen dem Narrenring Oberer Neckar das Narrentreffen 2006 vorgestellt.

Vom 27. bis 30. Dezember 2005 fand der 2. Narrenkleider – TÜV im Grottenloch statt. Denn man
will  sich ja im Jubiläumsjahr 2006 in einem einwandfreien und sauberen Zustand präsentieren.

Am Samstag, den 07. Januar 2006 war es dann soweit: Das Jubiläumsjahr 2005 wurde mit dem
Aufhängen der Straßenfähnele eingeläutet. Das große Festzelt wurde am Samstag, den
21. Januar 2006 auf dem Turnhallenparkplatz aufgestellt und in der darauffolgenden Woche festlich
geschmückt.

Dann war es soweit: Es wurde gefeiert 50 Jahre Narrenzunft Hochmössingen mit dem großen
Narrentreffen 2006, verbunden mit dem 22. Ringtreffen des Narrenringes „Oberer Neckar“ vom
Freitag, 27. bis Montag 30. Januar 2006.

Begonnen wurde das große Narrentreffen am Freitag, 27. Januar um 18.30 Uhr mit einem Sternlauf
der Tiermaskenzünfte. Der Sternpunkt war die Kreuzung am Schulhaus. Die Umzugsstrecke wurde
mit „Schwedenfeuer“ ausgeleuchtet. Als zusätzliche Kulisse wurde der Kirchturm der Pfarrkirche St.
Otmar angestrahlt. Von der Festbühne aus konnte Präsident Seepold eine große Schar von
Zuschauern und folgende Zünfte und Musikgruppen begrüßen:

 

  • -  Narrenzunft Hochmössingen

-  Musikverein Hochmössingen

-  Narrenzunft Leinstetten

-  Narrenzunft Boll

-  Musikverein Boll

-  Gullenzunft Renquishausen

-  Musikverein Rötenberg

-  Katzenzunft Hardt

-  Hagen-Henker Zunft Beffendorf

-  Musikverein Marschalkenzimmern


  • Nach dem Sternlauf wurde das große Jubiläumsfest durch Schirmherrn Bürgermeister Hermann
    Acker mit dem Fassanstich im Festzelt offiziell eröffnet.
    Es schloss sich ein Brauchtums- und Gardeshowtanzabend im voll besetzten Festzelt an.

    Der Samstag-Nachmittag stand ganz im Zeichen des 50-jährigen Jubiläum der Narrenzunft
    Hochmössingen. Um 14 Uhr begann man eine Totenehrung auf dem Friedhof, bevor man dann mit
    über 100 geladenen Gästen zum Jubiläumsnachmittag ins närrisch geschmückte Gemeindehaus St.
    Otmar zum Festakt einlud. Bei diesem Festakt wurde ein Rückblick der kompletten Hochmössinger
    Fasnetgeschichte gezeigt.

    Am Abend fand im Festzelt dann der große Brauchtumsabend des Narrenringes „Oberer Neckar“
    statt. Die Jubiläumszunft Hochmössingen eröffnete den Brauchtumsabend mit einem
    Geschichtsrückblick.
    Dabei wurden alle noch erhaltenen Narrenkleider seit Anfang des 19.
    Jahrhundert gezeigt, so dass auf der Bühne fast 100 Jahre Fasnetsgeschichte standen. Ein
    unvergessliches, wunderschönes Bild, das auf der Bühne zu sehen war.
    Der Sonntag-Morgen wurde mit einem Festgottesdienst unter Mitwirkung der Ringzünfte in St.Otmar begonnen.

    Am Mittag zogen bei strahlendem Sonnenschein fast 3000 Narren beim großen Jubiläumsumzug
    durch die Hochmössinger Straßen.
    Der Montag stand ganz im Zeichen des Narren- Nachwuchses. Wieder bei strahlendem
    Sonnenschein zogen der Narrensamen der Ringzünfte angeführt von den jeweiligen Musikkapellen
    zum Festzelt, wo anschließend der schon traditionelle Kindernachmittag des
    Narrenringes „Oberer Neckar“ stattfand.

    Es das erste Mal in der Geschichte der Narrenzunft Hochmössingen, dass an einem Narrentreffen
    das Wetter mitspielte. An allen 4 Tagen war strahlender Sonnenschein, was viele Zuschauer und
    Besucher anlockte, so dass an jedem Tag, das Zelt voll besetzt war.
    Fazit: Ein wunderschönes Jubiläum wurde mit viel Stil und Niveau gefeiert.

    Dann kam die normale Fasnet 2006. Nach rückläufigen Besucherzahlen beim Hemdglonkerball am
    Fasnetsmontag, wurde dieser abgesetzt. Man öffnete nur die Bar, um den Narren der Straßenfasnet
    noch eine Zuflucht zu ermöglichen.

    Seit dem Jahre 2002 kann man die Narrenzunft Hochmössingen online im Internet betrachten.
    Pünktlich vor dem Narrentreffen 2006 wurde die Homepage von Sascha Vögele und Präsident
    Seepold überarbeitet und ist unter folgender Adresse einsehbar:
    ww.narrenzunft-hochmoessingen.de

    In der Generalversammlung am 13. Mai 2006 stellte sich wie angekündigt Präsident Achim Seepold
    nicht mehr zur Wahl. Neuer Präsident wurde der bisherige Schriftführer Klaus Eger. Achim Seepold
    schied aus dem Elferrat aus.

    Zum Schriftführer der Zunft wurde Elferrätin Tina Schilling gewählt. Auch beim Finanzwesen gab es
    Veränderungen. Das Amt des Kassier wurde durch Markus Krämer neu besetzt. Der bisherige
    Kassier stellte sich nicht mehr zur Wahl, verbleibt aber im Elferrat.

    Die Zunft hatte mit Stand Ende Generalversammlung 2006: 406 Mitglieder, davon sind
    42Ehrenmitglieder, 1 Ehrenpräsident und 7 Ehrenelferräte. Desweiteren 12 Elferräte,
    13 Gildemitglieder, 9 Mitglieder in der gr. Garde, 10 in der kl. Garde + jeweils eine Betreuerin und 24 Brauchtumsnarren.
    Es existieren insgesamt 290 Narrenkleider, davon 164 Narro´s, 62 Grotta-Goscha, 33 Hansel und
    31 Schantle.

    Um der ständig steigenden Entfremdung der Zunftmitglieder entgegenzuwirken, wurde bereits
    wenige Wochen nach der letzten Generalversammlung das erste „Brainstorming“ zum Thema „Was
    können wir ändern, um interessanter zu werden, ohne von unseren Traditionen abzuweichen“
    veranstaltet.

  • Bei diesem „Brainstorming“ kamen viele gute Ansätze heraus, was man ändern könnte.
    Was als erstes in Angriff genommen wurde war der Besuch von unseren Ehrenmitgliedern an Ihren
    Geburtstagen. Es wurde beschlossen die Jubilare an Ihrem Festtag im Frack zu besuchen, während
    der Fasnetzeit, Außerhalb der Fasnetzeit ohne Mantel und Hut.
    Ebenfalls war man sich einig, dass wir wieder mehr auf unsere Zunftmitglieder aktiv zugehen
    müssen.

  • Man fasste den Entschluss, dass wir eine Art „Abstauben“ in´s Leben rufen wollen, um unsere
    Mitglieder jährlich aufsuchen zu können um mit ihnen den Kontakt pflegen zu können.
    Das Gremium war sich darüber einig, dass man etwas „Besondere´s“ will, das für Hochmössingen
    typisch ist. Nach etlichen Sitzungen während der Herbstmonate wurde dann die Einführung des
    Fasnetpasses und das „Fasnet-schdegga“ beschlossen.

    Um diesen Eingriff bzw. Neuschaffung eines Brauchtum´s auch auf einem breiten Fundament der
    Einigkeit gründen zu können, wurde erstmals eine Sitzung der Generationen abgehalten.
    Hierbei wurden alle ehemaligen Präsidenten, Zunftmeister, sowie Vertreter von Garde und
    Brauchtum eingeladen.

  • Bei der Sitzung wurde, der Fasnetpass und das Fasnet-schdegga ausführlich diskutiert. Die
    Teilnehmer der Sitzung befanden das Vorhaben für sehr positiv. durchzuführen, was wir dann auch
    verwirklichten.

    Als weiteres war sich das Gremium einig, dass wir zukünftig wieder mehr gemeinsam mit Gilde,
    Garde und Brauchtum unternehmen müssen. Aus diesem Grunde fuhren wir dann gemeinsam, mit
    einem extra dekorierten Tieflader, gemeinsam noch Bochingen zum Treffen der Oberndorfer Zünfte.
    Diese Ausfahrt fand sehr viel Anklang, darum beschlossen wir, zukünftig einmal im Jahr eine solche
    Ausfahrt, durch die nähere Region zu veranstalten.

    Als weitere kleinere Veränderungen wurde dieses Jahr erstmals, an alle Ehrenmitglieder eine
    persönliche Einladung zum Bürgerball versandt. Diese Einladung fungierte gleichzeitig auch als
    kostenlose Eintrittskarte zum traditionellen Bürgerball.

    Um für die Teenie-Garde ein neues Zunfttypisches Kleid zu finden wurden erste Angebote eingeholt
    über die Firma Negele. Der erste Kostenvoranschlag beläuft sich auf 6000 €.
    Um den Kassenstand sinnvoll zu schmälern, wurde eine Mietvorauszahlung für die kommenden 10
    Jahre an die Stadtverwaltung in Höhe von ca. 7.000 € getätigt.

    Überdies wurde das gesamte Grottaloch „ausgemistet“ und mit neuem Lagersystem ausgestattet.
    Beim Ringtreffen in Boll übernahm die Narrenzunft Hochmössingen nebst den Umzügen, auch den
    Schankdienst in Bar und Weizenstand am Samstag abend.

    Ein Höhepunkt des Ringes war der Besuch des Ministerpräsidenten Günther Öttinger in der Villa
    Reizenstein durch eine Abordnung des Narrenring. Bei dem Empfang waren die Präsidenten der
    einzelnen Ringzünfte in ihrem orteigenem Narrentyp vertreten, begleitet und moderiert durch
    Ringpräsident Reinhard Heim.

    Seit 2007 ist der Narrenring „Oberer Neckar“, in der weltgrößten Masken und Narren
    Miniaturaufstellung in Bonndorf-Hochschwarzwald, vertreten.
    Jeweils durch eine Dauerleihgabe einer zunfttypischen Maske sind die jeweiligen Ringzunftmitglieder
    zu bestaunen. Das international bekannte Museum wird jährlich von mehreren Tausend Gästen
    besucht, und es ist somit eine große Werbung für unseren Narrenring.

    Zur Fasnet 2008  war es möglich, das Gardekleid der Teenie-Garde zu realisieren. In guter
    Zusammenarbeit mit der unsrer Hausschneiderei Negele, konnte eine schönes, den Zunftfarben
    entsprechendes Kostüm geschaffen werden.

    Nach der Fasnetsaison 2008 wurde unter der Federführung von Präsident Klaus Eger der
    Erstentwurf von unserem Narrabüchle fertig gestellt.

    In diesem Narrabüchle wurden folgende Inhalte zusammengeführt und kindgerecht überarbeitet:

    - Narrasprüchle

    - Die Chronik der Narrenzunft

    - Die Funktionsgruppen ( Elfer, Gilde, usw. )

    - Erklärung der Narrentypen

    - Erläuterung der Hochmössinger Fasnetveranstaltungen

    - Entstehung der Fasnet

    Vier Exemplare wurden als Entwurf gedruckt und zur Kontrolllesung an ausgewählte Personen
    weitergeben.

    Ebenfalls war von Mitte März 2008 unsere Grottagosch in der Ausstellung „... der Bär tanzt“ in
    Hettingen, Kreis Siegmaringen ausgestellt.

    In dem durch Europamittel gefördertem und durch den Alb-Jauchert-Ring getragenem
    Narrenmuseum werden jährlich neue Ausstellungen realisiert. In der Ausstellung 2008 werden
    Beispiele von ursprünglichen Narrentierfiguren wie Bär, Esel, Ziegen, alsauch Fröschen und Gröten
    präsentiert.

    Die Zunft wollte sich diese Möglichkeit der Darstellung unseres Kleides nicht entgehen lassen, und
    man war sofort bereit ein Kleid, als einjährige Leihgabe zur Verfügung zustellen.
    Eine besondere Art der Darstellung konnte die Zunft auch beim 100 jährigen Jubiläum der
    Narrenzunft Oberndorf erreichen. Gemeinsam mit den anderen Stadtzünften ( Boll, Bochingen,
    Beffendorf, Altoberndorf und Aistaig ) überreichte der jeweilige Präsident der Zunft einen
    Miniaturnarr. Die anwesenden, hochkupferden Gäste zollten unserem gemeinsamen Einmarsch und
    die Übergabe der Kleinnarren mit großem Beifall.

    Im dritten Jahr in Folge wurde der Reformkurs der Zunft weiterverfolgt.
    Ein großes Ziel das erreicht werden konnte, war die Belebung des Rosenmontag, und hierbei
    speziell den abendlichen „Trotz-dem-Ball“.

    Innerhalb der letzten 15 Jahre, ist der einst kreisweitbekannte „Hemdglongerball“ nur noch zu einem Barabend geworden für gestrandete Narren.
    Durch die vielen Zunftneugründungen, haben unsere frühren Gäste nun selbst eine Zunft und eigene Veranstaltungen.

    In mehrstündiger lockerer Runde, wurde dann die Idee einer „Fasnetsrallye“ geboren.
    Das Ziel sollte sein, das wir alle durch die Gaststätten ziehenden Gruppen in die Rallye einbinden,
    ohne jedoch einen Zwang daraus zu machen.

    Des weiteren war dann der Gedanke, alle Gruppen zu einem Abschlussspiel im Mehrzweckraum zu
    versammeln.
    Dieses Konzept wurde dann im Herbst bereits, den Vertretern der einzelnen Gruppen dargelegt, bei
    einer Sitzung im Grottaloch.

    Unser Konzept wurde von den Anwesenden für gut empfunden, und somit gingen wir in die
    Feinplanung der Rallye über.
    Die Rahmenpunkte wurden noch vor Weihnachten festgelegt. Man beschloss, um den zeitlichen
    Rahmen nicht zu sprengen, bzw. um nicht eine „Fasnetsjagd“ daraus zu machen, lediglich in 4
    Gaststätten Spiele zu veranstalten.

    Ebenfalls wurde der gemeinsame Abschluss im Mehrzweckraum festgelegt.
    Am Rosenmontag dann waren die Elfer sehr gespannt wie die Resonanz auf unsere Rallye wird. Die
    Gruppen belohnten die Mühen und besuchten die meisten Stationen. Ebenfalls trafen sich die
    meisten Gruppen zum Abschlussspiel im Mehrzweckraum.

    Im Herbst 2008 wurden die Plaketten zur Ehrung der Narrenkleider komplett überarbeitet.
    Bisher gab es eine 10 er und eine 20iger Plakette die dem Kleidle verliehen wurde, bei
    entsprechender Teilnahme am Hochmössinger Fasnetsdienstagumzug.

    Aus der Not heraus wurde vor 1998 Jahren der 30ger Bändel ins Leben gerufen. Dieser Bändel

    jedoch spiegelte die erbrachte Leistung nicht wieder.
    Innerhalb einer Arbeitsgruppe war man sich einig, daß es für jedes 10ner Jubiläum eine eigene
    Plakette geben muß.
    Man war sich darüber einig, dass bekannte Hochmössinger Motive auf den Plaketten dargestellt
    werden sollten. Als neue Motive wurden das Antonius Käppele, das Rathaus und die Kirche
    ausgewählt.
    Mit diesen neuen Motive wurden in Zusammenarbeit mit der Medaillenfirma REU aus Heubach, neue
    30iger, 40iger und 50iger Plakette entworfen und hergestellt.
    Da die Beschaffung der Plaketten relativ teuer ist, mit 10 € pro Stück, und die Narrenkleider beim
    Anbringen aller verdienten Plaketten als „überladen“ erschein, wurde im Gremium beschlossen, die
    Orden roulierend zu verleihen.
    Dies bedeutet soviel, dass immer wenn die nächst höhere Ehrung ansteht, die zuvor verliehen
    Plaketten wieder eingezogen werden.

    Im Sommer 2009 konnte dann endlich das Narrenzunftbüchle fertig gestellt werden.
    Aus Kosten- und Produktionsgründen entschloss man sich, anstatt der 250 geplanten Exemplare,
    400 Exemplare zu beschaffen, da man somit ums gleiche Geld mehr Exemplare erstellen konnte.
    Pro Büchlein mussten 15 € bezahlen werden, entgegen dem Kostenvoranschlag, der von 12 € / pro
    Buch ausging.
    Über die eingegangen Spenden, sind die Kosten der 100 Büchlein zum Verschenken an die Schüler,

    abgedeckt.

    Um die Kasse der Zunft ein wenig zu stützen haben, wurde 2009 mit dem sammeln von Altpapier
    begonnen. Trotz des radikalen Einbruchs des Papierpreises, konnte die Zunft durch einen
    langjährigen Vertrag mit dem Landratsamt Rottweil auf einen bescheidenen aber stetigen Geldfluss
    rechnen.

    Im Sommer 2009 war die Zunft Gastgeber beim „Treffen der Oberndorfer Narrenzünfte“. Bei dieser
    zweijährlich stattfindenden Veranstaltung, die von Bürgermeister Acker ins Leben gerufen wurde,
    treffen sich die Zünfte der Oberndorfer Teilorte bei lockerer und geselliger Runde. Bei
    durchwachsenem Wetter konnten wir unseren Gästen interessante, noch nie da gewesene Spiele
    präsentieren.
    Die Veranstaltung selbst konnte als Erfolg gewertet werden, wobei der Mittagstisch von der
    Bevölkerung sehr schlecht besucht wurde.

    2009 wurde auch wieder ein Narren-TÜV durchgeführt. Im Großen und Ganzen waren alle
    Narrenkleider ohne größere Mängel, und der TÜV-Bändel konnte ohne Probleme verliehen werden.
    Das Ringtreffen zum 40ig jährigen bestehen des Narrenringes wurde von der Ringzunft
    Waldmössingen organisiert. Die Zunft verbrachten mehrere schöne Tage bei der Gastgeberzunft,
    und wir wurden sowohl am Jubiläumsumzug am Sonntag als auch am Kinderumzug von der
    Umzugsfestbühne begrüßt mit den Worten „die Narrenzunft mit dem schönsten Narrenkleid, die
    Grotta-Gosch“.

    Bei der Fasnet 2010 besuchten die Zunft nun erstmals die 3te Klasse der Grundschule. Dabei wurde
    über die Fasnet, derer Entstehung und Entwicklung und über die Hochmössinger Fasnet
    unterrichtet.
    Die zwei Schulstunden waren somit ruckzuck vorbei, da auch die Schüler sich rege an dem
    Unterricht beteiligten. Nach dem Abschluss der Schulstunde, unter den Klängen des Narrenmarschs,
    bekam jedes der Schulkinder ein gewidmetes Büchlein überreicht.

    2010 startete die Narrenzunft nun auch in Hochmössingen mit einem alten Brauch, nämlich das
    Funkenfeuer zum vertreiben des Winters.
    Da der Termin fix ist, nämlich immer der Sonntag nach der Fasnet, musste nur noch ein Standort

    gesucht und gefunden werden.
    Dies war uns relativ schnell geglückt, auf dem Höhenrücken hinter dem Sägewerk.
    Das Brennmaterial konnte durch das Christbaumsammeln im Ort und durch die Christbaumspenden
    der Stadt Oberndorf weitgehenst abdecken.

    Es wurde dafür Sorge getragen, dass keinerlei umweltproblematischen Stoffe verbrannt wurden.

    Die Veranstaltung wurde von vielen Hochmössingern und Besucher der umliegenden Gemeinden
    besucht, was die Zunft anspornt diese Veranstaltung weiter zu machen.

    Die Zunft hat einen aktuellen Mitgliederstand von 434 Personen.